Gott ist grün

In unsere Gemeinde weiss es jeder: „Gott ist grün“.
Unser Gemeindeleiter hat es gesagt: „Gott ist grün“.

Ich entdecke die Farben der Natur.
Manchmal glaube ich dann: „Gott ist bunt“.

Viele sagen: „Es ist gefährlich so zu denken“.
Denn der Gemeindeleiter warnt: „Es ist gefährlich so zu denken“.

In der Gemeinde weiss es jeder: „Er ist vom Glauben abgefallen“.
Der Gemeindeleiter hat es gesagt: „Er ist vom Glauben abgefallen“.

Näher zu Gott

Wo bist Du Gott? Bist Du in der Welt, oder in der Natur?
Wo bist Du? Wer weiss es?

„Näher zu Gott“, so der Appell in den Gemeinden.
„Näher zu Dir“, so das Gebet in den Gemeinden.

Die Stühle werden schmaler. Die Bänke werden kürzer.
Die Gemeinde rückt zusammen. Wohlbehagen, Gruppengefühl.

Aufrücken in die erste Reihe, näher zum Prediger.
Mit so viel Nähe lässt sich der Zehnte beruhigt übergeben.

Legitimationsebenen

Ebene 1: Argumente

Die Pastoren argumentieren „sachlich“ mit vielen verschiedenen Bibelversen. Begriffe wie „biblisch“, „biblische Prinzipien“ und „Heilsplan“ fallen häufig. Falls die Gemeindeleitung merkt, dass sie den theologischen Argumenten des Gegenübers nicht standhalten kann, wird Ebene 2 aktiv:

Ebene 2: Heiliger Geist

„Gott hat mir gesagt“, „Gott hat mir gezeigt“, „Der Heilige Geist will“…..
Gegen diese Argumente hat der Normalsterbliche keine Chance, denn Pastoren verstehen den „Heiligen Geist“ viel besser als „Normalgläubige“ . Und falls es offensichtlich ist, dass Pastoren wirklich unsinnig reden bzw. handeln, dann bleibt noch Ebene 3:

Ebene 3: Phrasen

„Ehret die Leiterschaft“, denn der „Leib Christi“ soll in Einheit und Frieden miteinander leben, „Licht“ sein für die arme Welt. Wenn die Argumente fehlen und die Sachlichkeit weicht! Frieden und Licht, Ehre und Energie wirken vielleicht etwas esoterisch, aber vielleicht ist damit der Kern einiger „christlicher“ Subgruppen (um nicht Sekten zu sagen) offen gelegt.

Sinn und Unsinn eines Ritus

«Ein Meister hielt mit seinen Jüngern täglich eine Abendmeditation. Als eines Tages die Hauskatze während dieser Zeit in den Raum lief und störte, ordnete er an, sie solle während dieser Zeit draussen fest gebunden werden. So konnte man von da an wieder ungestört beten.

Aber die Zeit verging. Der Meister starb und bekam einen Nachfolger. Dieser hielt sich streng an die Tradition, dass während der Abendmeditation eine Katze draussen angebunden sein müsse. Als schliesslich die Katze starb, wurde eine neue Katze angeschafft, um sie während der Gebetszeit draussen anbinden zu können.

Weil die einfachen Leute den Sinn dieser Massnahme nicht verstanden, traten weise Männer auf den Plan und schrieben ein zweibändiges Werk mit vielen Fussnoten über die Heilsnotwendigkeit einer angebundenen Katze während der Abendmeditation.

Mit der Zeit jedoch kam die Abendmeditation selbst ganz ausser Gebrauch; niemand mehr interessierte sich dafür. Aber mit grösster Treue wurde wenigstens der Ritus des Katzenanbindens beibehalten

(Quelle unbekannt; zitiert aus: Adventskalender 2013)

Räuberhöhle Religion

Wie viel Kommerz und Marketing verträgt die Religion?

Die Wirtschaft spricht von dem „Christlichen Bücher- und Medienmarkt“.
Spirituelle Gruppen verkaufen Seminare. Freikirchen fordern den Zehnten.

Die folgenden Bilder zeigen den Ausverkauf und Kommerz von und mit der christlichen Religion:


Was würde Jesus tun?
What would Jesus do?


Was würde Jesus tun?
What would Jesus do?

Hier klicken um die Szene im Jesus Film anzuschauen.

Geehrte Zehntenprediger, glaubt ihr wirklich, dass Kommerz Segen bedeuten kann?
Geehrte Zehntenprediger, glaubt ihr wirklich, dass Manipulation Segen bedeuten kann?
Geehrte Zehntenprediger, glaubt ihr wirklich, dass Geldgier Segen bedeuten kann?

Wie denkt Jesus über eure Forderung: “Geld an Euch; für den Segen ist dann Gott zuständig”?

Lest hier selbst!

Kaiser oder Gott

 – Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. –
Die christliche Gemeinde ist eine Struktur aus intelligenten Wesen; geschaffen von Gott. Jesus traut dem einzelnen Menschen zu, unterscheiden zu können, wo sein Geld den besten Nutzen bringt:

  • Freunde in der Mission in Peru unterstützen
  • für den Neubau der eigenen Gemeinde spenden
  • einer Nichte das Studium zahlen
  • christliche Hilfswerke fördern
  • laufende Kosten der eigenen Gemeinde decken.
  • einen Pfarrer im Sportdienst berücksichtigen
  • einer bekannten Familie in der Notlage helfen
  • christliche Medien fördern

Leider fordern einige Zehntenprediger, zuerst das eine Gemeindekonto zu berücksichtigen. Das sichert den Wohlstand des Predigers und das Prestige seiner Gemeinde.

Für all die anderen guten Dinge bleibt kein weiteres Geld übrig. Verbissen auf einen aus dem Zusammenhang gerissen Vers (Maleachi) folgt er dem Mammon. Er argumentiert nach einzelnen Buchstaben wie die Pharisäer. Der Prediger will nicht nur das Gute in der Welt.
Er will  seine eigene Versorgung sichern und Prestige für seinen Job.

Diese Art und Weise lässt sich leider nicht mit dem Leben Jesu (wie in den 4 Evangelien berichtet wird) überein bringen.

Entdecken wir doch endlich die Freiheit und Gnade. Gott möchte freie Menschen haben und kein neues Joch…

Wie du mir, so Gott dir

Wohlstandsprediger behaupten:

Der Glaube ist eine Transaktion.

Erst muss gesät werden, vorzugsweise in Form von Kreditkartenüberweisungen, dann darf geerntet werden – Gesundheit, Wohlstand, Ruhm. Ihre Botschaft an den naiven Spender lautet:

“Wie du mir, so Gott dir”

“Wie du mir, so Gott dir”. Dieses Zitat stammt aus Markus Spiekers neuem Buch (ISBN-10: 377515504X; ISBN-13: 978-3775155045). Das Lesen wird sich lohnen, anbei ein Kurzbeschrieb:

Markus Spieker zeigt in brillanter Weise auf, wie verkorkst und weit weg vom eigentlichen Kern des Evangeliums unser Denken vielfach ist. Ehrlich und unverblümt vermittelt er Aha-Erlebnisse, die manche dankbar aufnehmen, andere aber energisch zurückweisen werden. Selten hat ein Autor seinen Mitchristen so pointiert den Spiegel vorgehalten. Keine leichte, aber extrem leicht lesbare Kost, die für reichlich Diskussionsstoff sorgen wird.

In Idea, Ausgabe 34/2013, erschien bereits ein Auszug als Leseprobe.