Wunsch und Wirklichkeit

Es lässt so leicht die eigene Sphäre schaffen. In Büchern wie auf der Kanzel 🙂

Eine Wunschwelt. Ein Märchenland.In dem man selbst der Held ist.Bewunderung von aussen. Erfolg und finanzieller Aufstieg. So wie es im Wohlstandsevangelium gepredigt wird.

Und diese Wunschwelt ist nur so beständig wie die Gläubigen einem glauben und natürlich zahlen:
Die Bücher und den Zehnten…

Quelle: ideaSpektrum Nr. 34/2013 S. 13:

Evangelische Allianz: Frommer britischer Bestsellerautor lügt

Die Britische Evangelische Allianz hat sich in scharfer Form von dem christlichen Bestseller „Den Tiger zähmen“ und seinem Autor Tony Anthony distanziert. Anders als behauptet, sei das Buch keine Biografie, „sondern es geht sehr oberflächlich mit der Wahrheit um“.
In dem Buch behauptet der als Evangelist tätige Gründer des evangelikalen Missionswerks Avanti Dienste (Southend-on-Sea), dass sein Großvater ihn als Kind in China von einem Kung-Fu-Großmeister habe ausbilden lassen. Er sei Kampfsportler geworden und später in Zypern von Geschäftsleuten, Verbrechern sowie Diplomaten als Personenschützer angeheuert worden. Aus Pflichtbewusstsein habe er auch Menschen getötet. Im Gefängnis der zypriotischen Großstadt Nikosia sei er dann Christ geworden.

1,5 Millionen in 25 Sprachen

Das Buch wurde in 25 Sprachen übersetzt und erreichte eine Gesamtauflage von 1,5 Millionen Exemplaren. 2005 wurde es mit dem Preis der Vereinigung Christlicher Buchhändler in Großbritannien ausgezeichnet. 2010 war Anthony Hauptredner bei einem Weltweiten Gebetstag der Britischen Evangelischen Allianz in London. Nachdem die Kritik an ihm nicht verstummte, setzte die Allianz 2012 einen unabhängigen Untersuchungsausschuss ein. Man sei tief betroffen von den inzwischen gewonnenen Erkenntnissen, heißt es in der Stellungnahme. Man halte fest, dass Anthony „nie als Kind in China gelebt hat, nie Kung-Fu-Weltmeister war und nie als Personenschützer gearbeitet hat“. Inzwischen hat das Missionswerk Avanti seine Arbeit eingestellt. Die Verlagsgesellschaft Authentic Media will das Buch und auch den Nachfolgeband „Der Schrei des Tigers“ nicht länger verbreiten. Auch die deutsche Übersetzung des Buches wird nicht mehr ausgeliefert, heißt es auf der Internetseite des Verlages CLV (Bielefeld). In einer schriftlichen Erklärung versichert Anthony, dass er weiter „von ganzem Herzen zu der Wahrhaftigkeit seiner Lebensgeschichte“ stehe.