Mission

Nach dem Blogeintrag hier hat Leser A. Müller folgendes herrlich geschrieben:

Soweit ich die religiöse Szene kennen gelernt habe, ist die Missionierung quasi als Pflicht eines guten Christen anzusehen. Und schliesslich will man ja selber sowieso die frohe Botschaft verbreiten. Ergo wird missioniert und zwar immer und überall. In der Schule (Gideon) vor dem Coop (Zeugen Jehovas) im netten fröhlich unbeschwerte Sommerlager (Pfimi), im “öffentlichen“ Kinderhüti für gestresste Eltern beim Weihnachtseinkauf (Adventisten), vor dem Käfigturm in Bern (Brüderverein), und wieder vor dem Coop (Bewegung Plus), an der Haustüre (Mormonen), im Zeitungsbericht über die banale Isolation eines Saales (ICF), auf ca 50 Web- und Facebookseiten (ICF), mit Flyern (FMG), grimmig bärtig dreinblickend (LIES!), Aufdringlich vor dem Puppenmuseum (Scientology), In der Tagesschau Hauptausgabe (Katholische Kirche), zur besten Sendezeit am Samstag Abend (Protestantische Kirche), Am Sonntag Morgen auf Star TV (ICV, Bayless Conley, Missionswerk Karlsruhe, Joyce Mayer, der Club 700), in der Jugendherberge (CEVI), an etwa 1000 Plätzen in der Stadt im Dezember (Heilsarmee), überall in der Nähe von Freikirchen auf Plakaten (Agentur C), auf dem Trottoir und Wänden mit Kreide (EGW), mit einer Kreuzigung! auf dem Barfüsserplatz (FEG), auf Radio Neo (ICF), etwas mehr hardcore und echt Lebensgefährlich in Nigeria (JMEM), in Tel Aviv! (ICF) und so weiter und so fort.

Kurze Rede langer Sinn: es wird missioniert was das Zeug hält, also warum sollten Muslime davon verschont bleiben? Das wäre schlicht unlogisch und auch unfair. Denn wir Unreligiösen müssen diese ganze Sülze ja auch andauernd über uns ergehen lassen.

Und dabei wundert mich eigentlich vor allem eines:

All diese Religiösen und Frommen erzählen mir andauernd wie friedlich sie doch seien – und schlagen sich dann aber mit Inbrunst gegenseitig die Köpfe ein. Kopfschüttel.